Unworte
oder
Man kann es kaum noch überbieten!

Ob in der Alltagssprache, in der Arbeitswelt oder in den Medien: dauernd kommen neue Begriffe, Schlagworte und Abkürzungen hinzu. In jeder neuen Ausgabe des "Duden" werden neue, mittlerweile in der Alltagssprache etablierte Wörter, aufgenommen. Gelungene und weniger gelungene Wortschöpfungen und Anglizismen durchludern die Medien ...

 


Man kann es auch übertreiben

Wer es mit Anglizismen arg übertreibt hat gute Chancen "Sprachpanscher des Jahres" zu werden. Diesen Preis vergibt der "Verein Deutsche Sprache e.V."

"Die rohen Sprachverderber in Deutschland sollen mit Protesten überhäuft werden. Machen Sie mit! Schreiben Sie ein paar kritische Zeilen an die hier vorgestellten Sprachsünder! Wir müssen ihnen zeigen, wie sehr sie sich lächerlich machen und mit ihrem albernen Denglisch die schöne deutsche Sprache verunstalten. Auf ihren Schreibtischen soll sich viel Papier türmen. Deshalb sind Briefe oder Faxe besser geeignet als elektronische Mitteilungen oder Telephonanrufe. Es gibt Anzeichen dafür, daß unsere Protestbriefe Eindruck machen und Wirkung zeigen. In einigen Antwortschreiben wurde Besserung gelobt, ein von uns kritisierter Sprachhunzer trat sogar in den VDS ein." (Aktion Sprachhunzer)

Quelle: http://www.vds-ev.de/, Stand 2004-02
Sprachpanscher 2003 Wegen seiner bemerkenswerten Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache haben die Mitglieder des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.“

Herrn Gerhard Mayer-Vorfelder,
Präsident des Deutschen Fußballbundes (DFB)

zum Sprachpanscher des Jahres 2003 gewählt.

Damit drücken sie ihr Mißfallen an der Vermanschung des Deutschen mit dem Englischen aus, das der Deutsche Fußballbund in vielen seiner Verlautbarungen betreibt. Wenn etwa in einer DFB-Zeitschrift von "Home & Away Shirts", "Signature Shirts" und "Reversible Tops" die Rede ist, so sieht der Verein Deutsche Sprache arin kein Zeichen von Weltoffenheit, sondern eine peinliche Mißachtung unserer eigenen Sprache und Kultur.

Dortmund, 30. August 2003,
Prof. Dr. Walter Krämer, 1. Vorsitzender


Sprachpanscher 2002 Wegen seiner bemerkenswerten Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache hat die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.“

Herrn Dr. Klaus Zumwinkel,
Vorstandsvorsitzender der Deutschen Post AG,

zum Sprachpanscher des Jahres 2002 gewählt.

Damit würdigt der Verein das gedankenlose Anbiedern an den amerikanischen Kulturkreis, wie es sich in den postalischen Bezeichnungen "One stop shopping", "Global mail", "Mailing Factory", "Fulfilment", "Stampit", "Postage point", "Freeway", "Easytrade", "Funcard mailing", "Travel service", "Speed booking" u.s.w. äußert. Der Verein Deutsche Sprache e.V. sieht darin kein Zeichen von Weltoffenheit, sondern einen peinlichen Beweis des Mißtrauen gegen unsere eigene Sprache und Kultur.

Dortmund, 30. August 2002,
Prof. Dr. Walter Krämer, 1. Vorsitzender


Sprachpanscher 2001 Wegen seiner bemerkenswerten Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache hat die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.“

Herrn Wolfgang H. Zocher,
den Vorsitzenden des Bundesverbandes Deutscher Bestatter e.V.

zum Sprachpanscher des Jahres 2001 gewählt.

Damit würdigt der Verein das würdelose Anbiedern an den amerikanischen Kulturkreis, wie es sich etwa in dem von Wolfgang H. Zocher mitverwalteten Ausbildungsgang zum "funeral master" oder in der Bezeichnung "eternity" für die jährliche deutsche Bestattermesse äußert. Der Verein Deutsche Sprache e.V. sieht darin, wie auch in der Wahl des Wortes "peace box" für den guten deutschen Sarg, kein Zeichen von Weltoffenheit, sondern ein unüberhörbares Mißtrauensvotum gegen unsere eigene Sprache und Kultur.

Dortmund, 21. August 2001,
Prof. Dr. Walter Krämer, 1. Vorsitzender


Sprachpanscher 2000 Mit einer Überraschung endete heute in Dortmund die Wahl zum Sprachpanscher 2000. Es gewann Prof. Dr. jur. Andreas Heldrich, der Rektor der Ludwig-Maximilians- Universität München, vor Rolf Breuer, dem Chef der Deutschen Bank, und der Firma TUI Touristik Union International. Weitere Kandidaten auf der fünf Positionen umfassenden Vorschlagsliste waren Jürgen Rüttgers, CDU Spitzenkandidat in NRW, und Jürgen Weber, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa AG.

Prof. Heldrich ist nach Jil Sander, Ron Sommer und Johannes Ludewig der vierte Sprachpanscher des Jahres. Mit dem "Sprachpanscher des Jahres" zeichnen die über 10.000 Mitglieder des Vereins Deutsche Sprache e.V. Personen und auch Firmen aus, die im abgelaufenen Jahr auf besonders augenfällige Weise die deutsche Sprache und Kultur mißhandelt haben. Im Fall von Prof. Heldrich war dies ein Vorschlag, die ehemaligen Fakultäten und Fachbereiche der traditionsreichen Münchener Universität in "departments" umzutaufen.

Vereinsvorsitzender Krämer: "Es gibt schlimmere Sprachsünder; vermutlich strafen unsere Vereinsmitglieder mit dieser Wahl vor allem die würdelose Anbiederung der deutschen Hochschullandschaft an das amerikanische System, wie sie sich in der massenhaften Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen oder in den modernen Credit- Point-Systemen äußert. Für alle diese Dinge könnte eine selbstbewußte, auf ihre eigenen Stärken bauende Universität problemlos deutsche Wörter finden."

Weitere Informationen bei:
Prof. Dr. Walter Krämer (1. Vorsitzender und Gründer des VDS),
Tel. 05033-5878 oder 0231-7948520.
Sprachpanscher 1999 Wegen seiner bemerkenswerten Fehlleistungen im Umgang mit der deutschen Sprache hat die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.“

Herrn Dr. Johannes Ludewig

zum Sprachpanscher des Jahres 1999

gewählt. Damit würdigt der Verein den konsequenten Ausstieg aus der deutschen Sprache durch die von Dr. Ludewig geführte "Deutsche Bahn AG". Wir empfinden die "service points" und "ticket counters", die "db-lounges" und "McCleans" auf deutschen Bahnhöfen wie auch das sonstige pseudokosmopolitische Imponiergehabe der Deutschen Bahn AG als unhöflich und anmaßend zu inländischen und ausländischen Kunden gleichermaßen, die in ihrer großen Mehrzahl des Englischen nicht mächtig sind und sich von dieser Anrede in einer fremden Sprache überrumpelt und entmündigt fühlen.

Dortmund, im September 1999,
Prof. Dr. Walter Krämer, 1. Vorsitzender


Sprachpanscher 1998 Wegen seiner herausragenden Fehlleistung im Umgang mit der deutschen Sprache hat die Mitgliederversammlung des „Vereins zur Wahrung der deutschen Sprache e.V.“

Herrn Ron Sommer

zum Sprachpanscher des Jahres 1998

gewählt. Damit würdigt der Verein den konsequenten Ausstieg aus der deutschen Sprache durch die von Ron Sommer geführte Deutsche Telekom. Die Mitglieder des Vereins empfinden es als zutiefst kundenfeindlich und menschenverachtend, in ihrem eigenen Land, dessen Menschen zum größten Teil des Englischen nicht mächtig sind, mit "sunshine-" und "moonshine-Tarifen" umworben zu werden und Telefonrechnungen in einer nur spärlich mit deutschen Wörtern garnierten landesfremden Sprache zu empfangen. (City-Calls, Free-Calls, German-Calls usw). Durch die unkritische Anpassung an das moderne pseudokosmopolitische Imponiergehabe, mit dem viele Deutsche sich heutzutage den Anschein von Weltläufigkeit zu geben suchen, hat die Deutsche Telekom eine Spitzenstellung an Illoyalität gegenüber unserer Sprache eingenommen.

Dortmund, im November 1998


Sprachschuster 1997 Der Vorstand des Vereines zur Wahrung der deutschen Sprache e.V. hat im Jahre 1997 den Sprachschuster verliehen an:

Jil Sander, Modeschöpferin aus Hamburg

"Ich habe vielleicht etwas Weltverbesserndes. Mein Leben ist eine giving-story. Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß. Meine Idee war, die hand-tailored-Geschichte mit neuen Technologien zu verbinden. Und für den Erfolg war mein coordinated concept entscheidend, die Idee, daß man viele Teile einer collection miteinander combinen kann. Aber die audience hat das alles von Anfang an auch supported. Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Allerdings geht unser voice auch auf bestimmte Zielgruppen. Wer Ladyisches will, searcht nicht bei Jil Sander. Man muß Sinn haben für das effortless, das magic meines Stils."

(im Magazin der FAZ, 1996) 

Noch nicht genug ? Dann durchforsten Sie doch bitte die Anglizismenliste des Vereins für Deutsche Sprache >>>

Unwörter des Jahres

Der sprachliche Jahresrückblick "Wörter des Jahres" wurde zum erstenmal 1972 veröffentlicht und wird seit 1978 im Sprachdienst, herausgegeben von der Gesellschaft für Deutsche Sprache e.V. (Wiesbaden), regelmäßig publiziert. Ausgewählt werden Wörter und Ausdrücke, die die öffentliche Diskussion des betreffenden Jahres besonders bestimmt haben, die für wichtige Themen stehen oder sonst als charakteristisch erscheinen ("verbale Leitfossilien" eines Jahres). Es geht nicht um Worthäufigkeiten. Auch ist mit der Auswahl keine Wertung bzw. Empfehlung verbunden.

Vorab wird jeweils im Dezember von einer Fachjury die Auswahl der Spitzenwörter vorgenommen und der Presse vorgestellt. (Die Jury besteht aus dem Hauptvorstand der Gesellschaft für deutsche Sprache, dem Autor/der Autorin des "Sprachdienst"-Aufsatzes und den wissenschaftlichen Mitarbeiterinnen/Mitarbeitern der GfdS).

Quelle: http://www.gfds.de/woerter.html

Aus der Satzung der Gesellschaft für deutsche Sprache:

1. ZWECK
Die Gesellschaft für deutsche Sprache (im Folgenden Gesellschaft genannt) ist ein politisch unabhängiger Verein zur Pflege und Erforschung der deutschen Gegenwartssprache. 

2. ZIELE
Die Gesellschaft will
a) allen helfen, die in sprachlichen Fragen Rat brauchen;
b) das Verständnis für Wesen, Bedeutung und Leistung der Sprache wecken und fördern;
c) die deutsche Sprachgemeinschaft anregen, sich mit der Sprache zu beschäftigen und das Sprachgefühl zu vertiefen;
d) anwendungsbezogene Forschung auf dem Gebiet der deutschen Gegenwartssprache betreiben.

3. MITTEL UND WEGE
Die Gesellschaft wirkt für ihre Ziele
a) durch Zusammenarbeit mit Vereinen, Anstalten, Behörden und anderen Einrichtungen, die Einfluss auf den Gebrauch und die Entwicklung der deutschen Sprache haben;
b) durch die Zeitschriften Muttersprache und Der Sprachdienst; Der Sprachdienst ist zugleich das Mitteilungsblatt der Gesellschaft;
c) durch Einzelveröffentlichungen;
d) durch Sprachhilfen und -auskünfte;
e) durch Vorträge, Lehrgänge und Arbeitsgemeinschaften.

2003 
das alte Europa
Agenda 2010
Reformstreit
SARS/Sars
eingebettete Journalisten
Maut-Desaster
Steuerbegünstigungsabbaugesetz
Jahrhundertglut
googeln
Alcopops
"Deutschland sucht den Superstar (DSDS)"

2002 
Teuro
PISA-Schock
Jahrtausendflut
Kakophonie
Ich-AG
Bush-Krieger
Job-Floater
verhunzingern
Arzneimittelausgabenbegrenzungsgesetz 
"Es gibt nur ein' Rudi Völler!"

2001 
der 11. September
Anti-Terror-Krieg
Milzbrandattacke
Schläfer
Stammzellenimport
Schlafmünzen
Homo-Ehe
Agrarwende
Luderliga
Riester-Rente
simsen
Und das ist (auch) gut so!

2000 
Schwarzgeldaffäre
BSE-Krise
Greencard
gegen Rechts
SMS
Kampfhund
brutalstmöglich
Leitkultur
Big-Brother-Haus
basta

1999
Millennium
Kosovokrieg
Generation @
Euroland
nachbessern
Doppelpass
Anderkonto
feindliche Übernahme
Sofi
Rindfleischetikettierungsüberwachungsaufgabenübertragungsgesetz

1998 
Rot-Grün
Viagra
neue Mitte
"Ich habe fertig!"
Event
jahr-2000-fähig
Cousinenwirtschaft
Moralkeule
Euroland
Ökosteuer
nachhaltig
"piep, piep, piep"

1997
Reformstau
Ruck durch Deutschland
Bildungsmisere
Klonschaf
Elchtest
Tamagotchi
Jahrhundertflut
Paparazzi 
Arbeitsgesellschaft

1996 
Sparpaket
Haushaltslöcher
Lohnfortzahlung
Globalisierung
Homepage
Rechtschreibreform
genmanipuliert
Kinderschänder
Inline-Skating
Ladenschluss

1995
Multimedia
Eurogeld
Kruzifixurteil
Reichtagsverhüllung
Kampfeinsatz
anklicken (mit der Computermaus)
virtuelle Realität
Datenautobahn 
Wir sind Kirche 
Rechtschreibreform

1994 
Superwahljahr
Jackpot
Unwort
Osterweiterung
Filosofie
schlanker Staat
Peanuts
bezahlbar
Zukunftsministerium
rote Socken

1993 
Sozialabbau
Standort Deutschland
Blutskandal
Amigo-Affäre 
Pflege (Pflegeversicherung)
umdenken
großer Lauschangriff
Asylkompromiss
Ostalgie
Dino

1992 
Politikverdrossenheit
Fremdenhass 
Rassismus
Rechtsruck 
Lichterkette
Solidarpakt
gaucken
Maastricht
ethnische Säuberung 
Blauhelmeinsatz
outen, Outing
Erlanger Baby

1991 
Besserwessi
abwickeln
Kurzarbeit Null
Ausländerhass
Stasisyndrom
Wohlstandmauer
chirurgische Kriegführung 
Pax americana 
Kein Blut für Öl
Preußenfieber
Autodiät, Mülldiät
Solidaritätszuschlag

1990 
die neuen Bundesländer 
vereintes Deutschland
2+4-Gespräche 
polnische Westgrenze
sozial abfedern 
menschliche Schutzschilde
Verpackungsflut
Verkehrsinfarkt
Tatortprinzip, Wohnortprinzip

1989 
Reisefreiheit 
BRDDR
Montagsdemonstrationen 
chinesische Lösung 
Flüchtlingsstrom 
Begrüßungsgeld 
runder Tisch 
multikulturell 
Mauerspecht 
Trabi

1988 
Gesundheitsreform 
Robbensterben 
Kälbermastskandal 
Atommüllskandal 
Tiefflug
Reichskristallnacht, Reichspogromnacht
Europäischer Binnenmarkt

1987 
Aids, Kondom
Perestroika, Glasnost 
Waterkantgate 
Ozonloch
Molkepulver
Handlungsbedarf
Kremlflieger 
Dienstleistungsabend

1986 
Tschernobyl
Havarie 
Super-Gau
Historikerstreit

1985 
Glykol 
SDI 
Eureka 
High-Tech
D 1 
Aids 
Realo; Rambo

1984 
Umweltauto 
Formaldehyd
Neidsteuer
Tempolimit
Bananenrepublik 
Tiefkühlbaby

1983 
heißer Herbst 
Volksaushorchung
Zündi
Waldsterben

1982 
Ellenbogengesellschaft 
Wende 
Mitte
Talfahrt der Wirtschaft 
Arbeitslosigkeit 
sparen
Ausländer 
Entrüstet euch!
Neue deutsche Welle

1981 
Nulllösung 
Sommertheater 
(rett)bar
Zweierkiste 
Schrägstrichehe 
draufsatteln
Job-sharing

1980 
Rasterfahndung
Asylant
Instandbesetzer
Arbeitsbegräbnis 
Olympiaboykott
auf Probe

1979 
Holocaust
Boat people
Nachrüstung 
Ölschock
alternativ
zum Anfassen

1978 
konspirative Wohnung 
die Grünen
Geisterfahrer
Rooming-in
die Schlümpfe
Disco
Single

1977 
Szene
Terrorismus, Terrorist
Sympathisant 
Entsorgung 
Lauschangriff
Black-out

1971 
aufmüpfig 
Junktim
Umweltschutz
Umweltverschmutzung 
Nostalgie 
heiße Höschen