Tragik!
oder
Hier gibt es wirklich nichts zu lachen?

Die hier übermittelten Schicksale und Begebenheit sollten einem das Lächeln im Gesicht gefrieren lassen. Geschichten, die so nur das Leben selbst schreiben kann.


WEIBLICHE SERIENKILLERIN GIBT ZU: MORDE AUS SPASS, NICHT ZUR VERTEIDIGUNG

Generell stellt man sich Serienkiller und Lustmörder in unserer Kultur fast ausschließlich männlich vor. Faktisch ist das Unsinn. Vor kurzem gestand Aileen Wuornos, eine der berühmtesten Serienmörderinnen der USA, dass sie ihre Opfer nicht in Selbstverteidigung getötet hatte, wie sie es noch vor Gericht behauptet hatte, sondern "weil ich immer schon einmal jemanden töten wollte". Sie bereue diese Morde nicht.

Wuornos versuchte vor Gericht darzulegen, dass sie in sechs oder sieben verschiedenen Fällen Männer in Selbstverteidigung getötet hatte, weil jeder von ihnen sie zu vergewaltigen versuchten. Dieser Geschichte schenkte zwar niemand Glauben, aber dennoch konnte Wuornos als weibliche Täterin mit einem Wohlwollen der Medien rechnen. Sie gab beispielsweise zahlreiche Interviews und ist inzwischen Heldin eines TV-Films und einer Oper. Der TV-Film wurde als Beziehungsdrama präsentiert und Wuornos selbst als eine nachdenkliche, nette und melancholische Frau. (Die echte Aileen Wuornos schrie vor Gericht die Geschworenen an, sie hoffe, dass sie bzw. deren Töchter vergewaltigt würden, und wünschte ihnen, in der Hölle zu verrotten.) Die Polizisten, die Wuornos verfolgten, waren ähnlich mitleidsvoll und geduldig, wie der von Harvey Keitel gespielte Charakter in "Thelma und Louise" und beklagten die Mörderin noch während der Ermittlungen betrübt als "Opfer von Kindesmissbrauch". (Nun wurden auch die meisten männlichen Serienmörder von John Wayne Gacy bis Charles Manson als Kinder aufs übelste missbraucht, aber kein Film versucht, Mitleid für sie zu erwecken.) Sehr tiefgehende Hintergrundinfos über Aileen Wuornos findet man hier: http://www.crimelibrary.com/serial4/wuornos/. Dort findet sich auch einiges über Serienkiller im allgemeinen; beispielsweise, dass Frauen solche Taten schon genauso lange begehen wie Männer.

Quelle: http://www.dabbel.de/invisible-men/inv005ol.html

WIESBADENERIN VERSUCHT, EHEMANN ZU ERSTECHEN

Ein kleiner Artikel aus meiner Lokalzeitung berichtet über folgenden Vorfall: Eine 37jährige aus Wiesbaden versuchte, ihrem Lebenspartner ein 15 Zentimeter langes Küchenmesser in die Brust zu stoßen, nachdem sie ihn beim Betrachten von Pornofilmen "erwischt" hatte. Er schaffte es, sie bis zum Eintreffen der Polizei von sich abzuhalten. Ob dieses Vorkommnis ein Einzelfall oder der Höhepunkt einer Gewaltspirale war, erfährt der Leser nicht. (Letzeres erscheint nach den üblichen Erfahrungen mit häuslicher Gewalt am wahrscheinlichsten.)

Ihr fragt euch natürlich, warum ich eigens darüber berichte. Wenn ich hier jeden Fall häuslicher Gewalt mit einer weiblichen Täterin aufführen würde, hätte ich viel zu tun. Das Interessante für mich ist auch nicht die Tat an sich, sondern ihre Darstellung in der Rhein-Main-Presse. Dort lautet die Überschrift nämlich nicht "Wiesbadenerin versucht, Ehemann zu erstechen", sondern "Pornos sorgten für Rabatz". Wobei zwei Dinge auffallen: Zum einen wird die Schuld nicht bei der Messerstecherin gesehen, sondern auf die bekanntlich böse Pornographie verlagert. (Da sieht man mal wieder, was diese schmutzigen Filme alles anrichten können ...) Zum anderen ist die Verwendung des Wortes "Rabatz" für einen Tötungsversuch reichlich irritierend. Angenommen, ein Mann hätte versucht, seine Frau zu erschlagen, weil ihm das Essen nicht geschmeckt hätte - würde ein Artikel darüber betitelt sein mit "Angebranntes Schnitzel sorgte für Rabatz"? Kaum. Nicht weniger geschmacklos sind andere stilistische Verzierungen in diesem Artikel wie "Ob der 32jährige sich anschließend wieder seinem Filmvergnügen widmete, ist nicht überliefert." (Wieso sollte so ein geiler Kerl auch dadurch von seinem Schmuddelkram abzubringen sein, dass ihn seine Lebenspartnerin gerade versucht hatte umzubringen?) Offenbar kann über häusliche Gewalt, die von Frauen ausgeht, in vielen Medien heute noch nicht anders als mit Stilmitteln wie Verharmlosung und Ironisierung berichtet werden. Auch das trägt dazu bei, dass solche Taten als weniger schlimm und als zu vernachlässigen empfunden werden.

Quelle: http://www.dabbel.de/invisible-men/inv005ol.html

PROBLEME VON MÄNNERN ERREICHEN AUCH "HÖRZU" ALS THEMA

Wie mir dankenswerterweise Maennerrat.de mitteilte, widmet sich die Zeitschrift HÖRZU, Heft 27 vom 29.06.2001, Krisenerscheinungen beim männlichen Geschlecht. Mir liegt ein Transkript dieses Artikels vor, das ich am liebsten einfach in meine Rubrik DOKUMENTATION übernehmen würde - allerdings würde ein Zitat dieser Länge das Zitatrecht überschreiten und könnte mir theoretisch Copyright-Probleme einbringen.

Deshalb zusammengefasst: Unter der Überschrift "Völlig von der Rolle" vertritt der von einem männlichen Autor verfasste Artikel die These, dass der heutige Mann sich den veränderten Umständen anzupassen habe, wenn er nicht vollends zum Auslaufmodell werden wolle. Dass diese Gefahr bestehe und öffentlich auch verstärkt als solche wahrgenommen werde, zeige sich darin, dass "im Buchladen das Regal mit den Männer-Ratgebern inzwischen länger als die Theke in unserer Stammkneipe" sei, sich "im Internet mittlerweile mehr Seiten unserer Befindlichkeit als der Fußball-Bundesliga" widmen und selbst der Kultursender Arte für den 12. Juli einen Themenabend über die Krise der Männlichkeit angekündigt habe. Der Mann habe als Ernährer ebenso ausgedient ("Bis zum Jahr 2010, so sagt das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung in Nürnberg voraus, werden viermal so viele männliche Arbeitskräfte ihren Job verlieren wie weibliche.") wie als Erzieher oder Beschützer. Dabei sei er nicht in der Lage, angemessen flexibel auf diese Veränderungen zu reagieren. "Genau darin sehen Experten die Hauptursache für unsere Misere: dass wir, anders als die Frauen, so starr sind, so wenig geschmeidig. ... Andererseits kennt fast jeder von uns einen, der immer ganz besonders flexibel und geschmeidig vorgeht - und damit weder im Job noch bei den Frauen ankommt. Die Kollegen stempeln ihn als Weichei ab, die Freunde verulken ihn als notorischen Frauenversteher - und die Frauen selbst finden ihn zwar ausgesprochen nett, aber zum Verlieben dann doch 'zu lieb'. Ein bisschen Macho soll schon sein."

In diesem Zusammenhang wird Jochen Hoffmann vom Informationszentrum für Männerfragen in Frankfurt zitiert: "Männer, die mit Erektionsstörungen zu uns kommen, sind meistens welche, die den Frauen alles recht machen wollen." Die 1986 gegründete Beratungsstelle habe mit 2000 der verschiedensten Anfragen pro Jahr noch nie so viel Zulauf gehabt wie heute. Das größte Problem sei Gewalt, allerdings aus der Täterperspektive: "Immer mehr Männer, so Hoffmann, schlagen aus Ohnmacht und Verzweiflung einfach zu, um dann reuig in der Beratung aufzutauchen." Die Betreffenden seien durch ihren Beruf nur in der Lage, in hierarchischen, nicht aber in partnerschaftlichen Strukturen zu denken. Als "Konsequenz" reichten Frauen inzwischen zwei Drittel aller Scheidungsanträge ein. (Dass diese überwiegend weibliche Bereitschaft zur Auflösung einer Beziehung tatsächlich vorausgehendem männlichem Denken oder Verhalten anzulasten ist, wird in dem Artikel nur behauptet, nicht belegt.)

Fazit: "Es ist weit gekommen. Im vergangenen Jahr riefen die Vereinten Nationen erstmals einen Welt-Männertag (3. November) aus, an dem auf unsere traurige Lage aufmerksam gemacht wurde. Denn nicht nur in Deutschland gerät das einst starke Geschlecht in die Defensive. Selbst die Hochburgen der Männlichkeit geraten ins Wanken: In Rom wurde das erste Not-Telefon für misshandelte Ehemänner eingerichtet. Es klingelt oft. Und im türkischen Antalya soll das erste Männerhaus eröffnet werden - als Zufluchtsstätte für Kerle, deren Frauen regelmäßig die Hand ausrutscht."

(Autor: Uwe Rasche, Mitarbeit: Corinne Schmid, Nadine Schwede)

Quelle: http://www.dabbel.de/invisible-men/inv005ol.html

Tomb-Raider-Star Angelina Jolie auf die Frage, was sie tun würde, wenn sie ihren Mann bei einem Seitensprung ertappen würde: "Ich würde ihn nicht umbringen, weil seine Kinder noch so klein sind und ihren Vater brauchen. Aber ich würde ihn verhauen. Ich weiß genau, wo seine ganzen Sportverletzungen sind und es richtig weh tut." In einem anderen Interview phantasiert sie davon, dies mit einem Baseballschläger zu tun. Quelle: http://www.dabbel.de/invisible-men/inv005ol.html

BILL CLINTON OUTET SICH ALS GEPRÜGELTER EHEMANN

Als es vor einiger Zeit auch durch die deutschen Medien ging, dass US-Präsident Bill Clinton von seiner Frau geschlagen wurde, kommentierte das eine Reporterin meines Lokalsenders "Hit Radio FFH" mit der unbekümmerten Bemerkung: "Sie müssen zugeben, es hat uns doch alle amüsiert." (Man kann sich die Reaktionen von Hörern und Hörerinnen vorstellen, wenn Gerhard Schröder seine Doris vermöbelt hätte und ein männlicher Sprecher dazu angemerkt hätte: "Man kann sagen, was man will - witzig war's!") Jetzt, da er nicht mehr im Amt ist, berichtet der frühere US-Präsident ausführlicher über die schwere häusliche Gewalt, die von seiner Frau Hillary ausging.

Mal ganz naiv gefragt: Wenn der mächtigste und medienpräsenteste Mann der Welt das Opfer von massivster Gewalt werden kann, ohne dass das jemand mitbekommt, was sagt das dann über die Lage des Durchschnittsmannes aus?

Quelle: http://www.dabbel.de/invisible-men/inv005ol.html